
Beschwichtigungssignale sind genetisch fixierte Ausdrucksweisen
eines ausgereiften Kommunikationssystems zur Prävention oder zur
Vermeidung von Konflikten. Früher war man der Annahme, nur Wölfe
hätten dieses Kommunikationssystem, Hunde dagegen nicht.
Verhaltensforschungen während der letzten Jahre brachten die
Erkenntnisse, dass Hunde ebenso das Repertoire der
Beschwichtigungssignale wie ihre Vorfahren aussenden und verstehen
können. Die Beschwichtigungssignale werden weltweit unter Hunden
verstanden, sei es in Deutschland, China, Polen oder Spanien. Die
Beschwichtigungssignale werden eingesetzt, wenn
Distanzunterschreitungen stattfinden, Begegnungen zu hektisch oder
zu eng sind oder wenn eine Situation zu konfliktträchtig erscheint.
Sie sollen Bedrohungen und Probleme vermeiden,
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Der kleine Beagle fühlt sich bedrängt, bewegt sich
rückwärts weg, leckt sich den Fang |
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Stress
und Unruhe, Nervosität, laute Geräusche und andere Dinge
beschwichtigen. Sie werden zur Prävention von Konflikten eingesetzt.
D.h. lange bevor ein Konflikt entsteht, denn Hunde sind Rudeltiere
und haben ein Sozialverhalten, das zu einem wesentlichen Teil zur
Konfliktvermeidung bestimmt ist . Zum Ausdrucksrepertoire des Hundes
gehören auch Distanzfordernde Signale wie die Drohgebärden. Sie
bestehen aus Zähneblecken, Knurren, Bellen, Scheinangriff und
Schnappen. Das Ziel ist, die Unbehagen auslösenden Faktoren auf
Distanz zu halten. Ein Hund wird in der Regel zuerst versuchen, den
oder das Bedrohliche zu beschwichtigen. Erst wenn das nicht gelingt
wird er versuchen es zu vertreiben. Hunde passen die Intensität der
Signale der entsprechenden Situation an.
Ab wann werden die Beschwichtigungssignale eingesetzt ?
Das Gähnen, ein sehr häufig gezeigtes Beschwichtigungssignal, wird
von Welpen bereits wenige Stunden nach der Geburt gezeigt. Alle
anderen Signale sind im Alter von 8 – 10 Wochen voll entwickelt.
Beim Umgang mit dem Hund, sei es zu Hause oder beim Training, können
auch wir Beschwichtigungssignale einsetzen, um dem Hund zu
signalisieren, dass wir keine bösen Absichten haben. Gähnen,
wegsehen, sich über die „Schnauze“ lecken, blinzeln, Bögen laufen,
Distanz wahren, langsam gehen etc.. All dies können auch wir
einsetzen, um mit dem Hund vertrauensvoll zu kommunizieren.
Wir Menschen müssen lernen unsere Hunde zu beobachten. Sie teilen
uns mittels ihres Ausdrucksverhaltens sehr viel über ihre Stimmung
mit. Doch leider wird es von uns Menschen übersehen, missachtet oder
falsch interpretiert. Missverständnisse in der Kommunikation werden
somit vorprogrammiert. |